Bäume richtig schneiden - kleiner Baumschnittkompass

Bäume spenden Schatten und liefern Obst. Und sie brauchen einen regelmäßigen Schnitt. Unsere Baumschnitt-Tipps helfen dir, alles richtig zu machen!

 

Baumschneide-Lektionen für Hobbygärtner: Trau dich ran an den Baum!

 

Um sich gesund zu entwickeln, brauchen Bäume Luft und Licht. Ein regelmäßiger Baumschnitt ist wichtig. Du hast dich bislang nicht an den Baumschnitt herangetraut? Hier findest du das Einmaleins fürs Bäumeschneiden. Keine Bange, die meisten Baumarten sind nicht empfindlich.

Die richtige Zeit fürs Bäumeschneiden

 

Im Frühling, wenn sie austreiben, darfst du Bäume nicht beschneiden. Sie könnten dann "verbluten". Damit die Wunden möglichst wenig Saft verlieren, ist für Rückschnitte die Winterzeit optimal. Ausnahme: das Steinobst. Kirschbaum und Co. beschneidest du im Spätsommer. Das Auslichten der Baumkrone und die Entfernung von senkrecht wachsenden "Wasserschossen" kannst du ebenfalls im Sommer erledigen.  

Alle anderen Bäume beschneidest du im späten Winter (Januar bis März) oder im Herbst. Ab September bilden die Bäume keine neuen Triebe mehr. Sie fallen sozusagen in den Winterschlaf. Die für den Austrieb wichtigen Stoffe werden nun in den Wurzeln eingelagert. Im späten Winter befinden sich Bäume noch im Ruhezustand, doch der Frühling ist in Sicht. Wähle für den Baumschnitt einen trockenen Tag mit Temperaturen nicht unter -5 °C. 

Werkzeuge für den Baumschnitt

 

Für das Kappen dünner Triebe reicht eine Gartenschere. Sind die Zweige dicker, brauchst du eine Astschere. Normale Astscheren schneiden Triebe bis etwa 3 cm Durchmesser durch. Astscheren mit Getriebemechanismus sind kräftiger. Sie verstärken den Druck auf die Schneideblätter. Mithilfe dieser Modelle wirst du auch mit stärkeren Ästen fertig.

Aber: Du musst die Schere sehr weit öffnen. Das ist manchmal aus Platzmangel schwierig. Beim Schneiden dickerer Äste ist eine Klappsäge ein guter Partner. Sie bleibt auch in feuchtem Holz nicht stecken. Richtig dicken Ästen, die von außen gut erreichbar sind, rückst du am besten mit einer Bügelsäge zu Leibe. Das nötige Werkzeug und Beratung bekommst du natürlich bei uns im Markt.

Grundsätzliches zum Bäumeschneiden:

 

- Entferne zunächst alles Totholz.

- Schneide störende, sich kreuzende und nach innen wachsende Zweige heraus.

- Dickere Äste: Mache von unten einen Schnitt, zwei Handbreit vom Astring entfernt. Dann schneide den Ast von oben - ein Stückchen weiter außen - durch. Danach säge den verbliebenen Aststummel (Huthaken) sauber über dem Astring ab. 

Wichtige Schnittarten

 

Der Erziehungsschnitt:
Er bringt den Baum und die Baumkrone in Form. Entferne steil aufragende und nach innen wachsende Triebe. Vereinzele die Spitzen der Triebe. Den Erziehungsschnitt solltest du in den ersten fünf Jahren einmal jährlich vornehmen.

Der Erhaltungsschnitt:
Dabei lichtest du den Baum bis auf wenige Haupttriebe aus. Alte Äste werden zurückgeschnitten, damit jüngere Triebe ausreichend Platz haben, um sich zu entfalten. Entferne auch die Triebe, die neben dem Hauptstamm aus der Erde kommen.

Der Verjüngungsschnitt:
Bei Bäumen, die lange nicht geschnitten wurden, ist ein Verjüngungsschnitt erforderlich. Schneide alte Triebe bis auf zehn Zentimeter zurück, Lass jüngere, kräftige Äste stehen, damit der Baum sich entwickeln kann.     

Schneidest du zur richtigen Zeit mit dem passenden Werkzeug, trägst du zur gesunden Entfaltung deiner Bäume bei!